Wochen zwei und drei

Nach einer etwas längeren Pause Kommt hier der nächste Post. Ich nutze einfach mal meinen freien Tag um ein bisschen  was zu schreiben, ohne den Druck immer etwas unternehmen zu müssen. ;)

Die zweite Arbeitswoche verbrachte ich wieder in der Tankfarm. Montags und Dienstag arbeitete ich mit Sergio am Chiller. Das heißt wir haben eigentlich nur gewartet. Den bis zwei mal 1,2 Mio Liter von 20 auf -2° herunter gekühlt sind, das dauert schon eine Weile, selbst bei einer Leitsung von 300-400l die Minute. Dienstag ging es nicht so gut voran, den es gab Probleme mit den Strom und in der gesamten Winery ging zweimal der komplette Strom aus. Das erste mal ereignete sich Nachts um halb vier. Die Bewohner von Girlshouse und Braga wurden vom Jamie angerufen, sie bräuchten heute nicht zu kommen, da es wegen den Stromausfall nicht viel zu tun gäbe. Auch uns hat er versucht anzurufen, wir waren jedoch früher los gefahren, da wir vor der Arbeit unser Auto noch Tanken wollten. Und so wunderten wir uns wo die anderen blieben. Sie kamen jedoch um 9 dann auch in die Winery, da doch wieder Alles lief.

Mittwochs hatten wir dann unser CAEP-Seminar. Kursteilnehmer waren hauptsächlich wir 17 aus Gonzales, dann noch ein Italiener und ein Portugiese aus der Schwesterwinery Estancia in Soledad, eine Italienerin und eine Spanierin von Scheid und ein Chinese, von dem ich nicht mehr weiß wo er her war. Das Seminar begann mit einem Donut- und Früchtefrühstück. Nach diesem ging es los mit der Vorstellungsrunde, das heißt Namen und Herkunftsland. Im Laufe des Seminars bekamen wir Informationen über CAEP (Geschichte, Angebote und Aufgaben), Steuern, Führerschein, Kultur und einiges mehr. Zwischen den einzeln Blöcken wurden einige Preise velost, um diesen zu erhalten musste man sich dann noch ein mal kurz vorstellen und etwas über sich und seine Gründe nach USA zu kommen erzählen. Zum Mittagessen gab es Pizza. Als Abschluss gab es eine kleine Weinprobe mit Weine von verschiedenen Constellation-Winerys.

Donnerstags und Freitags war wieder arbeiten angesagt. Nun war ich zusammen mit Jose an der R.O. um die VA auf .7 zu senken. “Hää, was soll das den sein?” so habe ich auch gedacht, bis ich darauf kam, dass wir mit Hilfe der Umkehrosmose (Reverse Osmosis) die flüchtige Säure (Volitale Acid) auf 0,70 g/l senkten. Hierzu wurde mit Hilfe der Umkehrosmose der Alkohol aus dem Wein entfernt, in diesem flüchtigen Anteil befand sich auch die flüchtige Säure. Diese Permeat wurde dann durch Filterzylinder geleitet, die Aktivkohle enthielten und danach wieder dem Wein zugesetzt. In diesen Zylindern wurde die flüchtige Säure bei pH-Werten von 7-13 gebunden. Sank der pH-Wert unter 7, wurde die Zylinder mit 50%iger Natronlauge gespült,um sie wieder zu regenerien. Nach der Regeneration wurden sie 50min mit Wasser gespült, um die Natronlauge auszuwaschen. Donnerstags nach der Mittagspause wurden dann vier Interns von unseren “Papa” Jamie über Funk in sein Büro gerufen. Wir rätselten, was wir den dort sollten oder was wir falsch gemacht hätten. Nach 45 bangen Minuten gingen wir dann zu Jamie. Dort trafen wir dann auch Bruce, den Senior Winemaker für die Weissweine. Uns vieren wurde gesagt, dass jedes Jahr einige der Interns die Winemaker unterstützen dürften, und nicht nur als Operator im Keller arbeiten müssen. Am Freitagmittag hatten wir dann eine Verkostung mit allen Winemakern. Zuerst wollten sie unsere Meinung zu einem Wein wissen. Danach probierten und besprachen wir dann eineiige Constellation-Weine. Danach ging es für eine Halbe Stunde wieder zurück an die Arbeit und dann ins Wochenende. Aber vorher erhielten wir noch unseren ersten Paycheck!! Denn wir nach der Arbeit direkt zur Bank brachten und am Automaten einlösten.

Am Freitagabend ging es dann mit allen nach Monterey, genauer gesagt ins “Hippodrome”. Der Club war nicht ganz voll aber die Musik war gut und wir hatten Spass, bis wir dann kurz vor zwei recht plötzlich aufbrachen, den einige von uns wurden grundlos von einigen Gästen angepöbelt und wir wollten keinen Ärger. So setzten wir die Party  im Clubhouse, auch mit einer kleinen Tanzstunde, fort. Am Samstag taten wir dann nicht viel, außer ein bisschen Bowlen und Abends gemütlich im Girlshouse zusammensitzen. Am Sonntagmittag ging es dann zum Pinnacles National Monument, einigen Felsmormation, die sich durch die geologischen Gegebenheiten des Feuerrings gebildet hatten. Die Vorbereitung war nicht sehr gut. So kam es, dass wir mit sehr wenig Wasser und ohne Kappen durch die Hitze liefen. Als wir dann wieder an den Autos waren, waren wir alles schlagskaputt und fertig. Am Abend ging es dann noch mal nach Salinas um das MiFi der Girls umzutauschen und im Walmart für die Tortillias einzukaufen.

Am Montag morgen ging es dann weiter mit Arbeiten. Ich ging, wie es im Schichtplan stand, in die Tankfarm, wurde jedoch direkt in den Red-Cellar geschickt, damit ich mich dort für die Lese und ie Betreuung der Weißweine  einarbeiten konnte. So reinigte und desinfizierte ich Montag und Dienstag die Pumpoversysteme an den Rotweinfermentern, bzw. suchte erst die passenden Schläuche und Fittings um sie zu installieren. Am Mittwoch war ich wieder bei den Trucks eingeteilt, dieses mal jedoch um Most zu empfangen. Nach einer Stunde hatten wir dann alles aufgebaut und die Leitungen und Pumpen gereinigt, aber von den Trucks war weit und breit noch nichts zu sehen. So machten wir uns dran einen der Rotweinfermenter, der im Freien steht, zu reinigen. Um zwei Uhr kamen dann auch zwei Trucks, der Rest wurde dann von der Swing-Schicht übernommen. Am Donnerstag ging es dann ans gärvoll machen der Tanks und die am Mittwoch der Most gepumpt wurde und die Zugabe von verschieden Gärhilfen und Schönungen.

Am Freitag wurde in der Winery nicht gearbeitet, dennoch waren alle Mitarbeiter aus allen Schichten da um beim “Beautyfication-Day” mit zu helfen. In der Winery gab es verschieden Stellen die eine Verschönerung und Pflege benötigten, so wurde zum Beispiel in der Einfahrt eine Mauer gebaut, der Weinberg gepflegt und auf dem ganzen Gelände neuer Rindenmulch verteilt. Im Anschluss an diese Arbeit gab es ein Barbecue mit Ribs und Hähnchenschenkeln.

Für den Freitag Abend hatten wir uns den “Miami Beach Club” in San Jose ausgesucht. Hier wollten wir unsere, in den abendlichen Tanzstunden von Fernando erworben, Latin-Tanzkünste in der Öffentlichkeit testen. Die Anreise gestaltete sich leider etwas schwierig, da niemand genau wusste wo wir hinmussten und wir auch keine Karte oder Wegbeschreibung mithatten… Nach einigen Runden in San Jose kamen wir dann in unserem Hotel an. Nach einiger Zeit machten wir uns dann auf in den Club und konnten dort noch zwei Stunden tanzen. -.- Die Afterpary fand dann im Hotel statt, bis wir uns alle in die verschieden Betten und Zimmer verteilt hatten. Ich hatte Glück und ein Bett für mich alleine, aber es war immer noch irgendwie zu klein.

Am Samstag morgen machten wir uns dann auf den Weg Nach Santa Cruz an den Strand. Auch wieder mit einigen Umwegen, einigen wird der “Landschaftsmodus” etwas sagen. ;) Kurz vor Santa Cruz verließ uns dann die Sonne und wir sollten sie auch den ganzen Tag nicht mehr zu Gesicht bekommen. So wurde es nichts mit dem Tag am Strand, bzw. dem Baden im Pazifik. Aber wir sahen uns gemütlich den Beachwalk an, sahen ordentlich amerikanische zu Mittag und gingen über die Wharft, bis wir uns auf den Heimweg machten. Den Abend ließen wir dann gemütlich imGirlshouse in den Morgen ausklingen. Sonntag haben wir dann ruhig angehen lassen und waren erst gegen Abend einkaufen und haben den Kuchen für den Geburtstag von Fernado gebacken. Nach einem Film haben wir dann beschlossen das Fernando ja in Mendoza, seiner Heimt, schon Geburtstag hat, auch wenn es in Kalifornien erst 23:15 war. Und so haben wir ihm gratuliert, damit wir früher ins Bett konnten um uns vor dem morgigen Arbeitstag (also die anderen.  Ich nicht, ich hatte frei, muss dafür aber nächsten Samstag arbeiten) noch etwas von dem anstrengenden Wochenende erholen konnten.

Über chreiche

Student an der Hochschule RheinMain Standort Geisenheim, Winzer und Weintrinker, Verbindungsstudent, Jäger, Feuerwehrmann, Pirat, Zuckerrübenkutscher, Tabletoper und alles was man noch in einen 24h-Tag bekommt.
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